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Neue Hoffnung, auch für mich?

Neue Hoffnung, auch für mich?

Das neue Jahr hat begonnen, und was wie Aufbruch, Neugier und unbegrenzte Möglichkeiten klingt, bekommt für Menschen, die in einer Lebenskrise stecken oder trauern einen ganz anderen Klang. Vielleicht liegt noch die Last der Feiertage auf den Schultern, wenn einfach keine Freude aufgekommen war bei aller Festlichkeit. Feiertage sind ja immer besondere Schalttage, wenn man das Leben eher als Last  empfindet, und der Schmerz über das was ich vermisse, übergroß wird in diesen Zeiten. Die eigene Bedürftigkeit wird deutlicher spürbar, manchmal auch die eigene Hilflosigkeit.

Wie finde ich heraus aus diesem Teufelskreis, aus diesem Kreisen um meinen Schmerz und meine Ratlosigkeit? Vielleicht habe ich schon überlegt, mir Hilfe zu suchen, aber der letzte Schritt hat dann doch noch gefehlt. So bietet das neue Jahr wieder eine neue Chance, mit meinen Problemen nicht allein zu bleiben. Hilfe ist da, Menschen, die liebevoll auf meine Gefühle und Erfahrungen schauen, die eine andere Perspektive auf meine Geschichte nehmen und meinen Horizont erweitern wollen. Schon allein dadurch, dass ich Annahme und Wertschätzung erfahre, dass mir jemand freundlichen Kontakt anbietet und mich ernstnimmt, kann ein Stück Erleichterung entstehen. Allein zu gehen, wenn der Weg schwer ist, ist schlimmer, als mit einem liebevollen Menschen an der Seite. Dann leuchtet Hoffnung auf, dann kann ein neues Jahr auch etwas Verlockendes bekommen.

Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können

Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können

Gerade in diesen Tagen der Vorweihnachtszeit wird uns, wenn wir einen lieben Menschen verloren haben, die Lücke, die er hinterlassen hat, besonders schmerzlich bewusst. Wie viele Weihnachtsfeste haben wir mit ihm verbracht, jedes war immer irgendwie anders. Vor allem verstorbene Kinder, derer wir am zweiten Sonntag im Dezember beim Weltgedenktag für verstorbene Kinder gedenken, haben zu ihren Lebzeiten dem Weihnachtsfest einen eigenen Glanz verliehen, einfach durch ihre Freude und ihre erwartungsvolle Neugier. Und gerade dieser Welt-Gedenktag, an dem überall auf der Welt Kerzen für diese Kinder entzündet werden, so dass rund um den Globus das leuchtende Band der Erinnerung erstrahlt, ermuntert uns, sich nicht ablenken zu lassen, Gedanken und Gefühle nicht zu verdrängen, sondern zu leben um der Liebe willen, die wir für diejenigen spüren, die schon gegangen sind. Die Menschen, um die wir trauern und die wir vermissen, schlagen die Brücke zum „Paradies“, in dem unsere Verstorbenen vielleicht schon sind.